Cranach in Zwickau

Posted: 14 September 2017

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Mit dem Kunigundenretabel für die Katharinenkirche in Zwickau schuf Lucas Cranach d.Ä. ein herausragendes Bildwerk, das nun eine erste ausführliche Würdigung erfährt (Herausgeber: Thomas Pöpper).

Das Kunigundenaltar in St. Marien aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. hat seit fast 500 Jahren seinen Platz auf dem Hochaltar der reformationsgeschichtlich bedeutsamen Zwickauer Katharinenkirche. Das u.a. in ikonografischer Hinsicht – es zeigt die Fußwaschung im Zentrum – exzeptionelle Bildwerk erfährt hier eine erste ausführliche Würdigung.

Wie kaum ein zweites Denkmal ist das Zwickauer Retabel zum Zeugnis von Reformation, Migration und Konversion geworden.

Jüngst kunsttechnologisch untersucht und restauriert, gibt das faszinierende Altarbild der Wissenschaft zahlreiche Rätsel auf: Ist es ein Werk ‚aus einem Guss‘ oder vielmehr ein Mixtum compositum aus drei oder vier bislang unbekannten Cranach’schen Altären? Ist seine Genese zu einem ikonografisch und theologisch konzisen Bildmanifest geradlinig verlaufen oder führte die bisherige Lesart der Quellenüberlieferung in die Irre? Deuten die Befundspuren auf nachträgliche Gemäldekompilationen, etwa zum Zwecke der Lutherisierung des Bildprogramms? Und wenn ja, wie wäre der Gang der Objektgeschichte vor der Kulisse der soziohistorischen Verwerfungen in der ersten Hälfte des 16. Jh. neu zu rekonstruieren? Die spannende Diskussion wird von Fachwissenschaftlern aus Kunst- und Baugeschichte, Restaurierungs- und Geschichtswissenschaft sowie Denkmalpflege kontrovers geführt, ergänzt durch eine Quellenedition und eine eigens angefertigte Fotodokumentation.

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