Das Freiburger Münster und seine Juden

Posted: 2 August 2017

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Der Band von Michael Bachmann bietet einen Überblick über die zahlreichen Darstellungen der Personen am und im Bauwerk, die als Juden zu begreifen sind, sowohl negativ als auch positiv konnotiert.

So trägt im Tympanon über dem Haupteingang Joseph eine sich nach oben hin verjüngende Kopfbedeckung, während beim Pauluspfeiler des Hauptschiffs die unter dem Apostel hockende Gestalt mit einer Gugel, einer Art Kapuze, ausgestattet ist; die erste Gestalt ist offenkundig positiv zu sehen, letztere eher nicht. Auch das durch zwei Frauen symbolisierte Paar „Kirche und Synagoge“ wird unterschiedlich gewertet, in der Vorhalle deutlich anders als beim Kampf zwischen diesen Gestalten in Medaillons des sog. Tucherfensters.
Historische und hermeneutische Reflexion helfen zu verstehen, wie es zu solchen spannungsvollen Momenten und zu geschichtlichen Katastrophen kommen konnte und wie aus einem ursprünglich innerjüdischen „Familienkonflikt“ eine Konkurrenz zweier Religionsgemeinschaften wurde.
• Untersuchung der Ambivalenz der Judendarstellungen am Beispiel der Figuren des Freiburger Münsters
• Erläuterung des schwierigen Verhältnisses Christentum – Judentum unter Beachtung biblischer Hintergründe, rezeptionsgeschichtlicher Umstände und ikonographischer Methoden.

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