Katholische Arbeiter im Mutterland der Reformation

Benjamin Gallin

Benjamin Gallin, Katholische Arbeiter im Mutterland der Reformation. Konfession und Arbeitsmigration in Sachsen 1871–1914. Erschienen in der Reihe: Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte Reihe B: Forschungen. Band: 134. Die Arbeitsmigration brachte im späten 19. Jahrhundert Bewegung in die konfessionelle Landkarte: Hunderttausende Katholiken wanderten in vormals fast ausschließlich evangelisch-lutherische Gegenden Mitteldeutschlands ein. Als »boomende« Industrieregion zog Sachsen nach 1871 massenhaft katholische Arbeiter aus dem Habsburgerreich und den preußischen Ostprovinzen an. Sie kamen in ein Land mit einem ausgeprägten protestantischen Bewusstsein und zugleich in eine Hochburg der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Vorstellungen religiöser und gesellschaftlicher Zugehörigkeit, die sich bei den Migranten im Verhältnis zu Staat und Kirche, im Verlauf katholischer Gemeindegründungen und im Arbeitsalltag herausbildeten. Methodisch innovativ und sprachlich gewandt gelingt es dem Autor, die Integrationsprozesse einer sozialen und religiösen Minderheit historisch verstehbar zu machen.

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